Die im ersten Quartal 2017 eingetretene Knappheit an Keramikkondensatoren hat sich seitdem verschlimmert. Experten befürchten eine Krise, die bis 2020 andauern könnte. Sie können auf mehreren Ebenen darauf reagieren: Die Kunde-Lieferant-Beziehung verbessern, förderliche Verhaltensweisen einnehmen und vor allem ernsthaft den Umstieg auf andere Technologien in Betracht ziehen.

Die seit dem Jahr 2000 nicht in einer solchen Schärfe beobachtete derzeitige Bauteilknappheit betrifft vor allem Leistungsbauteile, Speicher, Sensoren und Keramikkondensatoren (MLCC). Die Zulieferer beklagen zudem, dass diese Knappheit ausgerechnet zu einer Zeit auftritt, in der sich die Bestellungen häufen.

 

Woher kommt diese Krise?

Auf der Makroebene hat das plötzliche und unvorhersehbare Wachstum des internationalen Bauteilmarktes (+ 20%) zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geführt. Dabei scheinen der Automobilsektor und der Smartphone-Bereich die Hauptquellen für diesen Nachfrageanstieg zu sein. Doch das ist nicht alles: Wir erleben außerdem eine starke Zunahme neuer Anwendungen, bei denen noch unklar ist, welcher Materialbedarf besteht und wie hoch der darin enthaltene Elektronikanteil ist: vernetzte Objekte, das vernetzte Auto, Dronen, Windkraft, Smart Grid…

Letztlich tragen alle Glieder der Supply Chain ihren Teil der Verantwortung: Manche Bauteilhersteller kündigen vermehrt Obsoleszenzen an, und manche Kunden sind zu Doppelbestellungen und übermäßiger Bestandshaltung übergegangen.

Warum hat man die Krise nicht kommen sehen? Opportunistisches Kaufverhalten ist zum Teil auf einen Mangel an zuverlässigen, langfristig genug ausgerichteten Prognosen der Hersteller von Elektronikmaterial zurückzuführen. Andererseits legen sich die traditionellen Kunden der Zulieferer immer weniger auf Kaufprognosen fest, öffentliche Auftraggeber verzichten ganz darauf.

 

Die besonders kritische Situation bei MLCC

Dieser allgemeine Kontext verschärft sich für den Sonderfall der Keramikkondensatoren noch:

• In einem Elektrofahrzeug sind vier Mal mehr Keramikkondensatoren verbaut wie in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, und der Einbau von echten digitalen Tablets in allen Neufahrzeugen verbessert die Lage nicht;

• Das iPhone X beinhaltet zwei Mal mehr MLCC als das iPhone 6S, und die Expansion chinesischer Smartphone-Hersteller lässt die Nachfrage weiter wachsen.

Analysten nennen 3 Hauptgründe für die Knappheit an Keramikkondensatoren:

• Den allgemeinen Anstieg der Bauteil-Nachfrage;

• Die Produktionsausrichtung japanischer Hersteller auf Produkte, die der Automobilmarkt, die Industrie und der Smartphone-Sektor benötigen und die höhere Margen erzeugen als Produkte des allgemeinen Marktes;

• Die Schwierigkeit, die Produktionskapazitäten rasch auszuweiten, um der Nachfrage gerecht zu werden: Die Lieferfristen für bei der Herstellung von MLCC benötigte Ausstattungen liegen bei 8 bis 12 Monaten.

 

Möglicher Umgang mit dieser Knappheit

Für Sie als OEM sind Ihre heute getroffenen Entscheidungen maßgeblich für das Überleben Ihres Unternehmens. Diese Art von Krise kann Sie in einen langjährigen Kampf um das Erreichen Ihrer Produktionsziele stürzen, wenn Sie die Situation nicht ernst nehmen und sich nicht an die technologische Entwicklung anpassen!

Hier ein paar Tipps:

• Blähen Sie Ihre Bestellungen nicht künstlich auf;

• Eine neue Generation passiver Bauteile bietet Alternativen zu den Keramikkondensatoren; Sie finden Äquivalente zu den MLCC und können gegebenenfalls in Ihrer Planung die notwendigen Anpassungen vornehmen;

• Beziehen Sie die technologischen und produktionsbezogenen Roadmaps Ihrer Lieferanten in Ihre Überlegungen ein;

• Diversifizieren Sie Ihre Quellen: Finden Sie neue Lieferanten in Ergänzung zu denen, die Sie bereits eingelistet haben;

• Meiden Sie Bauteile, die von einer einzigen Beschaffungsquelle abhängen;

• Verbessern Sie zugunsten der Überschaubarkeit die Zusammenarbeit zwischen Designern, Käufern und der Supply Chain. Eine auf gegenseitigem Verständnis beruhende, gute Kunde-Lieferant-Beziehung, Kommunikation auf allen Ebenen und eine gewisse Transparenz helfen, Probleme zu vermeiden. Die Einführung solider Partnerschaften trägt langfristig zu einer besseren Beschaffungssicherung bei.

 

Wie Proto-Electronics auf diese Krise reagiert

Als bestmögliche Lösung angesichts dieser weltweiten Knappheit hilft Ihnen eine von unseren Ingenieuren entwickelte neue Funktionalität im Falle eines Ausfalls von Passivbauteilen. 

Testen Sie unsere Lösung und natürlich können Sie unseren Kundenservice unter der Nummer +49 (0)3 222 174 5100 von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, per E-Mail oder Live-Chat erreichen.

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